Grundsätzlich muss ein Arbeitszeugnis wohlwollend formuliert sein, damit dem Arbeitnehmer sein berufliches Fortkommen nicht erschert wird. Viele Arbeitgeber verwenden bestimmte Formulierungen und Floskeln (sog. Zeugniscode), um im Arbeitszeugnis eine Beurteilung für den nächsten Arbeitgeber zu verstecken. Diese Formulierungen orientieren sich an den Schulnoten.
Donnerstag, 9. August 2007
Arbeitszeugnis - Bedeutung der Formulierungen
Sehr gute Leistungen
stets zu unserer vollsten Zufriedenheit
Zeitangabe (stets, jederzeit etc.) mit einem größtmöglichen Lob (äußerst, sehr etc.) verbunden
Gute Leistungen
stets zur vollen Zufriedenheit
Zeitangabe (stets, jederzeit etc.) mit einem großen Lob (gut, in hohem Maße etc.) verbunden
Vollbefriedigend
zur vollen Zufriedenheit
Befriedigend
stets zu unserer Zufriedenheit
Zeitangabe wird (stets, jederzeit usw.) ohne zusätzliches Lob verwendet
Ausreichend
zu unserer Zufriedenheit
Es wird auf Zeitangabe und Lob verzichtet.
Mangelhaft
im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit
Er führte die ihm übertragenen Aufgaben mit großem Fleiß und Interesse durch...
Einschränkung durch Worte wie „grundsätzlich“ oder „im Wesentlichen“
Ungenügend
zu unserer Zufriedenheit zu erledigen versucht
Er war stets bestrebt, seinen Aufgaben gerecht zu werden.
Es werden nur die Bemühungen des Mitarbeiters beschrieben, wie "hat sich bemüht", "hat sich den Aufgaben mit Fleiß gewidmet" und "wollte den Aufgaben gerecht werden".
Gelegentlich sind auch in normal klingenden Floskeln Informationen über den Arbeitnehmer versteckt:
Er hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt.
Er hat das getan, was er konnte - viel kam nicht dabei heraus.
Er erledigte alle Arbeiten mit großem Fleiß und Interesse.
Er war eifrig, aber eben nicht besonders tüchtig.
Er hat alle Arbeiten ordentlich oder ordnungsgemäß erledigt.
Ein Bürokrat - ohne jede Eigeninitiative.
Er war loyal, freundlich und hilfsbereit.
Leider fehlten fachliche Leistungen.
Er entsprach unseren Erwartungen.
Es wurden durchweg schlechte Leistungen erbracht.
Er hat nie Anlass zu Klagen gegeben.
...aber auch keinen Anlass für Lob.
Er war wegen seiner Pünktlichkeit ein Vorbild.
Schlechte Leistungen - deshalb ist Selbstverständliches erwähnenswert.
Er war immer mit Interesse bei der Sache.
Er hat Interesse gezeigt, aber keine Leistungen erbracht.
Er zeigte für seine Arbeit Verständnis.
Er war faul und hat nichts getan.
Er erledigte die ihm übertragenen Leistungen mit großem Fleiß und Interesse.
Ein eifriger Mitarbeiter, mit wenig Erfolg bei der Umsetzung.
Allen Aufgaben hat er sich mit Begeisterung gewidmet.
...aber leider ohne Erfolg.
Er war sehr genau.
...und auch entsprechend langsam.
Er hat zur Verbesserung des Betriebsklimas beigetragen.
Der Mitarbeiter trank ganz gerne mal einen Schluck Alkohol.
Seine Geselligkeit wurde im Kollegenkreis geschätzt.
Zu viel Alkohol im Dienst.
Er bewies für die Belange der Kollegen stets Einfühlungsvermögen.
Er suchte während der Arbeitszeit sexuelle Kontakte im Kollegenkreis.
Für die Belange der mitarbeitenden Kollegen bewies er immer umfassendes Verständnis.
Er war homosexuell im Unternehmen aktiv.
Sein Verhalten gegenüber Mitarbeitern und Vorgesetzten war stets einwandfrei.
Achtung, es kommt auf die Reihenfolge an: Er hatte zu den Kollegen ein besseres Verhältnis als zu den Vorgesetzten.
stets zu unserer vollsten Zufriedenheit
Zeitangabe (stets, jederzeit etc.) mit einem größtmöglichen Lob (äußerst, sehr etc.) verbunden
Gute Leistungen
stets zur vollen Zufriedenheit
Zeitangabe (stets, jederzeit etc.) mit einem großen Lob (gut, in hohem Maße etc.) verbunden
Vollbefriedigend
zur vollen Zufriedenheit
Befriedigend
stets zu unserer Zufriedenheit
Zeitangabe wird (stets, jederzeit usw.) ohne zusätzliches Lob verwendet
Ausreichend
zu unserer Zufriedenheit
Es wird auf Zeitangabe und Lob verzichtet.
Mangelhaft
im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit
Er führte die ihm übertragenen Aufgaben mit großem Fleiß und Interesse durch...
Einschränkung durch Worte wie „grundsätzlich“ oder „im Wesentlichen“
Ungenügend
zu unserer Zufriedenheit zu erledigen versucht
Er war stets bestrebt, seinen Aufgaben gerecht zu werden.
Es werden nur die Bemühungen des Mitarbeiters beschrieben, wie "hat sich bemüht", "hat sich den Aufgaben mit Fleiß gewidmet" und "wollte den Aufgaben gerecht werden".
Gelegentlich sind auch in normal klingenden Floskeln Informationen über den Arbeitnehmer versteckt:
Er hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt.
Er hat das getan, was er konnte - viel kam nicht dabei heraus.
Er erledigte alle Arbeiten mit großem Fleiß und Interesse.
Er war eifrig, aber eben nicht besonders tüchtig.
Er hat alle Arbeiten ordentlich oder ordnungsgemäß erledigt.
Ein Bürokrat - ohne jede Eigeninitiative.
Er war loyal, freundlich und hilfsbereit.
Leider fehlten fachliche Leistungen.
Er entsprach unseren Erwartungen.
Es wurden durchweg schlechte Leistungen erbracht.
Er hat nie Anlass zu Klagen gegeben.
...aber auch keinen Anlass für Lob.
Er war wegen seiner Pünktlichkeit ein Vorbild.
Schlechte Leistungen - deshalb ist Selbstverständliches erwähnenswert.
Er war immer mit Interesse bei der Sache.
Er hat Interesse gezeigt, aber keine Leistungen erbracht.
Er zeigte für seine Arbeit Verständnis.
Er war faul und hat nichts getan.
Er erledigte die ihm übertragenen Leistungen mit großem Fleiß und Interesse.
Ein eifriger Mitarbeiter, mit wenig Erfolg bei der Umsetzung.
Allen Aufgaben hat er sich mit Begeisterung gewidmet.
...aber leider ohne Erfolg.
Er war sehr genau.
...und auch entsprechend langsam.
Er hat zur Verbesserung des Betriebsklimas beigetragen.
Der Mitarbeiter trank ganz gerne mal einen Schluck Alkohol.
Seine Geselligkeit wurde im Kollegenkreis geschätzt.
Zu viel Alkohol im Dienst.
Er bewies für die Belange der Kollegen stets Einfühlungsvermögen.
Er suchte während der Arbeitszeit sexuelle Kontakte im Kollegenkreis.
Für die Belange der mitarbeitenden Kollegen bewies er immer umfassendes Verständnis.
Er war homosexuell im Unternehmen aktiv.
Sein Verhalten gegenüber Mitarbeitern und Vorgesetzten war stets einwandfrei.
Achtung, es kommt auf die Reihenfolge an: Er hatte zu den Kollegen ein besseres Verhältnis als zu den Vorgesetzten.
Tags für diesen Artikel: arbeitsrecht
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